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Bienen – Zählstelle

560 Wildbienen·arten leben etwa in Deutschland. 360 Arten gibt es in Niedersachsen. Weltweit gibt es circa 20.000 Arten.
Einige sind nur gut einen Millimeter groß sind.
Die meisten Wildbienen leben allein. Sie leben in der Erde, in Bohrlöchern von Käfern in altem Holz, in toten Pflanzen·stängeln oder in Schnecken·häusern.
Sie leben zwischen 4 und 8 Wochen. Auch Hummeln sind Wildbienen.

Von den Honigbienen gibt es weltweit nur 9 Arten, in Europa sogar nur eine: die westliche Honigbiene.

 

Quellen: Paul Westrich, BfN, Deutsche Wildtier Stiftung, BUND Niedersachsen

 

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80 Prozent aller Nutzpflanzen werden von Insekten bestäubt. Die meisten von Bienen.

Die Bienen sammeln Nektar und Pollen, dadurch bestäuben sie die Blüten. Das ist besser als Bestäubung durch Wind und deshalb ist die Ernte größer. Das gilt besonders bei Obst, Gemüse und Ölsaaten wie Raps.

Die Universität Göttingen hat herausgefunden, dass die Früchte auch besser werden. Sie werden größer, schmecken besser und sind länger haltbar.

 

Quellen: BfN, Klein et al. (2007): Importance of pollinators in changing landscapes for world crops. Wietzke et al. (2018): Insect pollination as a key factor for strawberry physiology and marketable fruit quality

 

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1.130.000.000 Euro (1130 Millionen €) ist der wirtschaftliche Wert, den Insekten im Jahr generieren, weil sie Blüten von Nutzpflanzen bestäuben. Das gilt nur für Deutschland.
Weltweit sollen es 153 Milliarden Euro (= 153.000 Millionen €) sein. Einige meinen, es ist noch mehr.
Aber solche Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen. Man bekommt das Gefühl, dass man mit Geld Ersatz für Bienen kaufen kann. Doch das kann man natürlich nicht. Wenn die Bienen weg sind, dann bleiben sie weg. Und ihre Arbeit bleibt ungetan.

Außerdem bestäuben Bienen nicht nur Nutzpflanzen. Sie bestäuben auch Wildpflanzen. Wildpflanzen dienen anderen Tieren als Nahrung und Lebensraum. So halten Bienen unsere Öko·systeme stabil.

Diese indirekte Leistung wurde in die Zahlen von oben noch gar nicht eingerechnet.

 

Quellen: Gallai et al. (2008): Economic valuation of the vulnerability of world agriculture confronted with pollinator decline. Leonhardt et al. (2013): Economic gain, stability of pollination and bee diversity decrease from southern to northern Europe

 

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2 Grad Celsius – ab dieser Temperatur können manche Wildbienen fliegen, Hummeln zum Beispiel. Honigbienen fliegen erst ab 10 Grad.

Wildbienen bestäuben mehr:
Schon einige Hundert Gehörnte Mauerbienen können einen Hektar Apfelbäume bestäuben. Für die gleiche Fläche braucht man mehrere Zehntausend Honigbienen.

Wildbienen bestäuben besser:
Wenn Wildbienen und Honigbienen gleich viele Blüten anfliegen, dann haben Wildbienen doppelt so viele Blüten befruchtet wie die Honigbienen.

 

Quellen: FiBL, Garibaldi et al. (2012): Wild pollinators enhance fruit set of crops regardless of honey-bee abundance

 

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53 Prozent der Wildbienen·arten in Deutschland gelten als gefährdet. Alle Wildbienen stehen unter Schutz.
Vor allem der Mensch bedroht die Tiere: Versiegelung der Böden, Pestizide, Mono·kulturen, zu wenige grüne Streifen am Ackerrand und zu wenige Brachflächen. Und gute Lebensräumen sind oft nur noch Inseln.

 

Quellen: Deutsche Wildtier Stiftung, FiBL, BUND Niedersachsen, BArtSchV

 

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1000 Blüten brauchen manche Wildbienen, um genug Nahrung für eine einzige Larve zu sammeln. Etwa ein Drittel der Wildbienen·arten ist auf eine bestimmte Pflanzen·familie oder Pflanzen·gattung spezialisiert. Diese Arten haben es deshalb besonders schwer, genug Nahrung zu finden.
Doch auch Arten wie Andrena flavipes, die alles mögen, können Schwierigkeiten bekommen. Denn die meisten Wildbienen entfernen sich nicht weit von ihrem Nistplatz. Sie sammeln den Pollen nur wenige hundert Meter im Umkreis. Wenn sie dort keine Nahrung finden, dann verhungern die Larven.

 

Quellen: Deutsche Wildtier Stiftung, FiBL, BUND Niedersachsen

 

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50 BienenBürger und BienenBürgerinnen haben seit April Saatgut in Lüneburg verteilt. Dieses Saatgut ist gut für Bienen.
Im Museum Lüneburg gab es im April sogar eine ganze Ausstellung über Insekten.
Der Landkreis Lüneburg ist seit Herbst 2017 Mitglied von der Initiative „Deutschland summt!“: Zum Beispiel wird ein Kataster erstellt. Darin steht, wo die Nistplätze der Wildbienen sind. Mit diesem Wissen kann man sie künftig besser schützen.

Sie wollen auch helfen?
Auf den Internet-Seiten von NABU, BUND, den BienenBürgern oder der Deutschen Wildtier Stiftung gibt es viele Ideen und Tipps – für Golfplatz·betreiber, Leute mit Balkon oder in der Landwirtschaft.

 

Quellen: BienenBürger, Die Region Lüneburg summt!, Museum Lüneburg, NABU Lüneburg, BUND Elbe-Heide, Deutsche Wildtier Stiftung

 

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Was zählt. – Magazin für eine lebenswerte Zukunft in der Region Lüneburg.

Grüne Pioniere | Nummer 7 | 2018

Originalžartikel von Theresa Horbach.

In Einfache Sprache übertragen von Angelika Pohl.

Bild: Mareike Thies