Foto: Philipp Striegler

„Heute den Speiseplan für 2030 schreiben“

Wo kommt mein Essen her?

Lüne·burg braucht einen Ernährungs·rat.

Ich esse Kohl·rabi.
Wo kommt der her?
Aus dem Super·markt.
Wie kommt der Kohl·rabi in den Super·markt?

Das ist eine lange Geschichte:
Die Samen kommen aus China.
Die Erde kommt aus Russ·land,
der Dünger aus Marokko.
Zuerst wächst der Kohl·rabi in Süd·deutschland, später in Lüne·burg.
In Lüne·burg ernten Rumänen den Kohl·rabi.

Im Super·markt steht: Der Kohl·rabi kommt aus der Region, er ist regional.
Das soll heißen: Er kommt von hier.

Aber das stimmt nicht ganz, nicht alles kommt von hier.
Und das ist nicht gut.

 

Warum ist das nicht gut?

Viele Länder, viele Firmen und große Konzerne pro·duzieren den Kohl·rabi.
Das bedeutet: Viele Wege und wenig Kontrolle.
Das bedeutet oft: Gift in der Umwelt, im Boden und in der Luft. Gift im Essen.

Kohl·rabi von großen Firmen und von weit her ist auch für kleine Bauern ein Pro·blem:
Wo sollen sie ihre Ernte verkaufen?

Kleine Bauern·höfe werden immer weniger, große Betriebe werden immer größer.

Bei·spiel:
In Deutsch·land kommen 90 Pro·zent der Lebens·mittel von nur 5 Super·markt·ketten:
von Aldi, Edeka, Rewe, Metro und Lidl und Kauf·land (Lidl und Kauf·land gehören zu einem Konzern, der Schwarz Gruppe).

Besser wäre, wenn der Kohl·rabi von Höfen aus der Region kommt.
Ein Ernährungs·rat kann dabei helfen.
Was macht ein Ernährungs·rat?

In anderen Städten und Ländern gibt es bereits Ernährungs·räte.
Der Ernährungs·rat hilft zum Bei·spiel in diesen Fällen:

  • Große Super·märkte werfen abends oft Lebens·mittel weg.
    Der Rat sagt, wer in der Gegend die Lebens·mittel vom Vor·tag brauchen kann.
  • Ein Koch möchte Kohl·rabi bei einem Bauer kaufen.
    Doch der Koch kennt keinen Bauern in der Umgebung.
    Der Bauer aus dem Landkreis weiß nicht, wem er seine Ernte verkaufen kann.
    Der Ernährungs·rat bringt den Koch und den Bauer zusammen.
  • Moslems essen besonderes Ziegen·fleisch, es ist „halal“.
    Der Bauer weiß nicht, wie sein Ziegen·fleisch „halal“ wird.
    Der Ernährungs·rat erklärt es dem Bauern.
    Dann kann der Bauer das Ziegen·fleisch an Moslems in seiner Nach·barschaft verkaufen.

Auch in Lüne·burg soll es einen Ernährungs·rat geben.
Lotta Hagel·mann von der Universität in Lüne·burg will den Rat zusammen mit anderen gründen.

Lotta Hagel·mann sagt: Lüne·burg ist nicht zu groß und hat viel Land drum herum.
Stadt und Land, der Bauer und der Super·markt passen hier gut zusammen.

In dem Rat können Bauern, Händler und Köche gemeinsam beraten,
wie der Kohl·rabi am besten vom Bauern·hof in den Laden und ins Restaurant kommt.

Auch Politiker und Menschen mit wenig Geld können im Ernährungs·rat mitmachen.

Dann wissen wir Käufer und Esser, woher der Kohl·rabi kommt:
von dem Bauern·hof aus der Region, von dem Bauern·hof aus Lüne·burg.

 

Zukunft selber machen

Der Ernährungs·rat ist Teil des Projekts Zukunfts·stadt 2030+.
Sie können mitmachen unter

  • luenefood.xobor.de
  • www2.leuphana.de/zukunftsstadt2030.

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Original·text von Laurin Berger.
Foto von Philipp Striegler.
Was zählt. „Auf|hören“ – Nummer 5 im Juni 2017.
In Einfache Sprache über·tragen von Inken Kahl·storff.
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