WZ4_Utopie-AP

Mit Leib und Seele in die Zukunft

Eine Utopie ist ein Denkspiel.
Eine Utopie beschreibt eine bessere Welt.
Eine gute Welt.
Aber diese Welt gibt es nicht.
Wozu braucht man Utopien dann?!

Eine Utopie ist eine Fantasie-Welt.
Das Wort kommt aus dem Alt-Griechischen.
Es bedeutet: Nicht-Ort.
Also ein Ort, den es nicht gibt.
Ein Nirgendwo.

Der Engländer Thomas More (sprich: Tommes Moor) hat sich das Wort ausgedacht:
Sein Roman spielt auf einer erfundenen Insel.
Diese Insel nennt er Utopia.
Dort ist alles besser als im England seiner Zeit.
Sein Roman ist also eine Kritik an dem Staat, in dem er lebte.

Der Roman wurde so berühmt,
dass das Wort Utopie noch heute benutzt wird.
Utopie bedeutet jetzt:
Es wird von einer besseren Gesellschaft erzählt.
Es wird eine andere Möglichkeit gezeigt,
wie wir Menschen zusammenleben können.
Ein Ideal-Bild.

Schlechte Fantasie-Orte

Es gibt auch negative Erzählungen.
Dann ist es eine Dystopie (sprich: Düss-topie).
Das heißt: schlechter Ort.
In einer Dystopie wird eine Welt beschrieben,
die Angst macht.
Die Aussage dahinter ist:
Wenn wir so weitermachen,
wird es in Zukunft schlimm werden.
Eine Dystopie ist also eine Warnung.
Wir werden aufgefordert, etwas zu ändern.

Kritik an Utopien

Eine Utopie zeigt eine positive, eine ideale Welt
an einem Fantasie-Ort in einer Fantasie-Zeit.
Trotzdem gibt es auch Kritik an Utopien.
Nicht alle finden es richtig,
wenn so schöne Welten und so gute Gesellschaften
beschrieben werden.

Kritik 1:

Utopien werden oft als perfekte Welt beschrieben.
Was perfekt ist, darf nicht geändert werden.
Aber:
Es gibt nichts, was für alle Menschen gleich gut ist.
Und:
Die Menschen und die Welt verändern sich.
Dann muss sich auch die Gesellschaft ändern dürfen.

Kritik 2:

Utopien versprechen eine bessere Welt.
Die Idee von einer schönen Welt tröstet viele Menschen.
Trost hilft Menschen, denen es schlecht geht.
Aber:
Dann sind sie nicht wütend genug,
um etwas zu ändern.
Sie hoffen auf Besserung, tun aber zu wenig dafür.

Utopien können verändern helfen

Es gibt auch Utopien,
die gibt es hier und die gibt es jetzt.
Das sagt Ernst Bloch.
Er war auch ein großer Utopie-Denker.
Diese Utopien können dabei helfen,
dass die Welt besser wird.
Ganz konkret.

Gemeint sind Projekte,
in denen Leute Neues ausprobieren.
Sie testen im Kleinen, wie man anders zusammenleben kann.
Sie achten auf Gerechtigkeit.
Sie schützen die Natur.
Sie teilen sich Dinge, Häuser, Land.
Oder sie arbeiten ohne Chef zusammen.
Es gibt viele Beispiele.
Manchmal klappt das nicht.
Manchmal klappt das total gut.

Wenn alles gut läuft,
sehen andere Leute: Es geht auch anders.
Sie erkennen die Alternativen, die neuen Möglichkeiten.

Wenn eine Utopie funktioniert,
können andere Menschen sie nachmachen.
So wird eine Utopie groß und real.

Lüneburg – Ort für Utopien

Plötzlich haben Utopien dann doch einen Ort.
Zum Beispiel in und um Lüneburg.

 

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Original·text von Barbara Muraca.
Was zählt. „Zukunftsstadt 2030+“ – Nummer 4 im April 2016.
In Einfache Sprache übertragen von Angelika Pohl.
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In dem Magazin Was zählt. sind viele Beispiele beschrieben.

Davon haben wir 3 in Einfache Sprache übertragen: